Cuba 2011

Nach diesem Wahnsinns – Trip 2010 steht für Frankie und mich schon fest : Nächstes Jahr im November wieder Cuba. Da sich mein Sohn Ben 2011 eh schon auf einer Weltreise befindet, kann ich ihn überzeugen, mit uns Cuba zu besuchen. Die Inselwelt um Cayo Largo hat es uns derartig angetan, dass wir uns von SoliArenas ein anderes Arrangement zurechtbasteln lassen. Diesmal sollte es Cayo Coco sein, für ein paar Tage, und anschließend wieder Playa del Este. Eine uns ziemlich unsinnig erscheinende Regelung in Cuba sieht vor, dass man einen Inlandsflug nicht direkt am Ankunftstag fortsetzen kann. Du musst also erst eine Nacht in Cuba verbringen, um tags darauf weiterfliegen zu können. Da haben wir nicht genau aufgepasst, weil dies eine enorme Strapaze für uns war. Man stelle sich vor: Ankunft am Jose Marti so gegen 18 Uhr. Mit dem Taxi nach Havanna – im Hotel einchecken. Dann ist es bereits gegen 21 Uhr . Unser Flug nach Cayo Coco ist bereits am nächsten Morgen 6 Uhr, also gegen 3.30 Uhr wecken !

Dass wir uns gleich bei Ankunft nicht sofort ins Bett legen, ist klar. Netterweise hat uns Georges gleich eine Flasche Havanna Club aufs Zimmer stellen lassen. Wir rufen ihn auch gleich an und treffen uns direkt am selben Abend noch in unserem Hotel.

???????????????????????????????DSC02021 der Ausblick vom Hotel.

Wir essen noch eine Kleinigkeit ( was anderes gibts auch nicht mehr ) und beschließen nach 2-3 Cuba Libres noch einen Club mit Live Band zu besuchen.

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Bereits vor unserem Clubbesuch kann man erkennen, dass die Lichter bald ausgehen werden. Immerhin haben wir noch bis 1 Uhr ausgehalten, und konnten eine gute Stunde Schlaf retten, bevor es dann schon gleich weiterging, zum Flughafen. Ben hat schon vor unserem Flug nach Havanna die ganze Nacht durchgemacht. Das sollte sich dann auch rächen. Eine solche Zeitplanung sollte man tunlichst vermeiden ! 

Eigentlich habe ich eine Wellblech – Propeller – Maschine erwartet. Solche, die wir auf Cayo Largo beobachtet haben. Aber, wie wir später erfuhren, hat Cuba Air extra ein paar Boeings gechartert. Das Ding war auch bis auf den letzten Platz besetzt. Auf unserem Flug sehe ich zum 1. Mal das Inland von oben. Je länger wir unterwegs sind, desto misstrauischer werde ich. Eigentlich sollten wir längst da sein. Ich sehe keine Küste und krieg langsam Panik, dass wir ne falsche Maschine erwischt haben. Nein, es ist die Richtige, die erstmal nach Holguin fliegt, Passagiere entlädt und später erst ein paar Übriggebliebene nach Cayo Coco bringt.

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Schon bei unserer Ankunft bemerken wir sofort, dass dies hier mit dem wahren Cuba nichts zu tun hat. Alles sehr schön, aber viel zu gepflegt alles. Solche Orte gibt es sehr viele . Nicht, dass ich das hier nicht empfehlen könnte, aber genauso wie in Varadero hat man hier nicht das Gefühl, auf Cuba zu sein. Cayo Coco ist eine Insel, die durch eine schmale Landzunge mit dem Festland verbunden ist. Ähnlich, wie Djerba. Eine reine Touristeninsel, für Einheimische unzugänglich. Die Hotelanlage ist auch sehr schön und großzügig angelegt ; erinnert mich an einige Aldiana Clubs. Das ist aber leider nicht das, was ich Ben bieten wollte. Ihm wäre  aber ohnehin alles egal gewesen, weil die Schlaflosigkeit und die Strapazen der letzten Tage ihren Tribut von ihm zollten. Der arme Kerl war 2 Tage im Bett und ich machte mir schwere Sorgen. Glücklicherweise konnte er den letzten Tag auf Coco doch noch genießen.

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Wir mieten uns 3 Motorroller und fahren die Insel ab in Richtung Cayo Guillermo, wo laut Reiseführer einer der schönsten Strände der Welt sich befindet. Auf dem Weg dahin macht natürlich ( es war ja kaum anders zu erwarten ) der Roller von Ben schlapp. Als gelernter Motorradmechaniker kriegt er ihn auch nochmal flott – aber nur gerade noch bis zum Hotel.

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Auf dem Weg dorthin – nur Mangroven – sehr schön, aber auch mehr oder weniger langweilig ( 1 Stunde Fahrt )

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Wir haben erfahren, dass unsere all incl. Bändchen auch in diesem Hotel Gültigkeit haben und stärken uns erstmal mit hervorragendem gegrilltem Fisch. Unter den typischen karibischen Strohdächern kannst du den Fisch selbst aussuchen, selbst grillen, oder grillen lassen. Sehr komfortabel ! Außer den first class Hotels in Havanna ist dies wohl das beste, was ich hier auf Cuba bisher gesehen habe. Die Toilettenanlagen waren unglaublich kunstvoll mit buntem Mosaik gefließt. Gerade Toilettenanlagen lassen sonst teilweise auch in renommierten Betrieben sehr zu Wünschen übrig.

Nun zum vermeintlich schönsten Strand der Welt . Ben, der die Strände von Australien, Hawaii, Brasilien und den Philippinen erst kürzlich erlebt hat, war auch der Meinung, dass das hier wohl der Schönste ist. Wirklich eine Wucht ! Mal abgesehen von Cayo Largo ! Ist aber kaum vergleichbar. Hier Bilder :

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Man muss natürlich auch Glück haben mit dem Wetter. Nahezu wolkenlos, ohne viel Wind und Ebbe, so ist es bestens. Alle Farbschattierungen von Blau bis Grün im Wasser. Hier hätten wir es sicherlich noch einen Tag länger ausgehalten. Wie schon erwähnt, befinden wir uns auch hier nicht in der Karibischen See, sondern am Atlantik, nahe den Bermudas. Unendliche Tauchgründe und Korallenriffe. Man sieht das sehr gut auf den Fotos aus dem Flieger. Das ist echt unwirklich, dieser Blick von oben, wo alles grün erscheint.

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Wir lassen den defekten Roller stehen und treten die Rückfahrt zu zweit auf Einem an.

Am nächsten Tag wird uns noch eine Modenshow am Pool präsentiert. Die Leute hier sind wirklich sehr bemüht, dem internationalen Standart in der Touristenbranche standzuhalten. Es gelingt ihnen auch ganz gut, aber uns törnt das eher ab. Ich habs schon erwähnt, es ist sehr schön, aber deshalb muss man nicht so weit fliegen, um das zu erleben. Vor Allem, nicht nach Cuba. Da ist man wohl besser in der Dominikanischen oder auf Jamaika, oder besser noch, auf den kleinen Antillen aufgehoben.

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An Frankies Gesichtsausdruck ist schon eine gewisse Skepsis erkennbar. Auch andere Gesichter sprechen…..

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Am Tag darauf gehts wieder an den Playa del Este ins Atlantico. Wir haben wirklich Glück, das Wetter spielt bedingungslos mit und der Strand hier präsentiert sich von seiner allerbesten Seite. Auffallend ist, dass sich das Szenario am Wasser sich tatsächlich von Jahr zu Jahr verändert. Man fühlt sich hier doch mehr cubanisch, weil der Strand öffentlich ist und deshalb auch viele Einheimische anzutreffen sind.

???????????????????????????????DSC02274 Fast kein Unterschied zu Cayo Coco

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Wir haben noch eine ganze Woche vor uns. George`s Sohn ist auf 3 monatigem Besuch hier und so haben wir wieder mal Glück, dass er sich viel Zeit nehmen kann, fast das gesamte Havanna- Programm mit uns abzuspulen. Zum vermeintlichen Pflichtprogramm gehört ja bekanntermaßen das Tropicana. Nun sollte es klappen. Wir bekommen durch die Beziehungen von Schorsch beste VIP Plätze direkt vor der Bühne. Zigarre, Rum und das Spektakel kann beginnen.

Schon der Eingangsbereich ist ziemlich beeindruckend. Hübsch gekleidete Mädchen gehen durch die Reihen und verteilen Zigarren. Alles sehr professionell. Kein Wunder, die Show läuft seit 1939 ununterbrochen – täglich ! 

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Wenn man, so wie wir, viele Shows in Havanna gesehen hat, wird man feststellen, dass das Tropicana sich nur durch die Location an sich und die Vielzahl der Mitwirkenden unterscheidet. Die Darbietungen an sich sind selbstverständlich 1a, aber wir haben das alles bereits in kleinerem Rahmen gesehen. 

Eine Tischnachbarin aus Italien regt sich darüber auf, dass wir Zigarren rauchen – Kommentar überflüssig.

Der Eintrittspreis i.H.v. ca € 80 beinhaltet ein Glas Sekt, ein Teller Brot – Wurst – Käse, und eine halbe Flasche Havana Club-Rum. Nüchtern kommst du also auch hier nicht raus. Leider musst du die Toiletten hier nicht lange suchen – immer der Nase folgen ! Das fällt mal wieder auf. Auf diesem Gebiet müssen sie sich noch gewaltig anstrengen. Für manch einen verwöhnten Europäer ist das ein absolutes NO GO ! 

Ich kann mich noch an die Fernsehsendungen aus den 60er Jahren erinnern. Da hat sich nicht viel verändert. Echtes Cuba Feeling. Vor allem, wenn man die Tänzer/innen so hautnah zu sehen bekommt. Mein Eindruck verhärtet sich. Die Cubaner sind zum Tanzen geboren – die Schwarzen und die Mischlinge sind aber immer noch um einen Tick besser. 

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Ein Highlight jagt das Andere. Zufällig findet ein außergewöhnlicher Event genau diese Woche statt. Tausende Salsa Tänzer aus aller Welt treffen sich in Havanna zum Salsa Festival – Baila en Cuba. Auch hier haben wir dank Georges Beziehungen freien Zutritt. Ein irres Erlebnis ! 

Hierzu ein Video und noch eins – hier kann man sehen, wie es geht, das Salsa tanzen. Es sind  Tanz Clubs und Bands von ganz Cuba vertreten und veranschaulichen die verschiedenen Stile von z.B. Havanna und Santiago. Es herrscht ein Konkurrenzkampf zwischen den beiden Städten. Santiago fühlt sich immernoch als die heimliche ( ursprüngliche ) Hauptstadt und ist ein wenig neidisch, weil das meiste Geld nach Havanna fließt.

Eine Menschenmenge im Tanzrausch – ein perfektes Schauspiel zum Thema : Musik und Tanz verbindet die Völker ! Alles friedlich !

Aber leider auch hier : Zur Toilette, immer der Nase entlang. Mir solls egal sein, aber…… Als Hochzeits DJ erlebe ich seit einigen Jahren einen wahren Boom in Sachen Salsa. Jetzt kann man sich vorstellen, dass ich bei Tanzeinlagen von Hochzeiten in unseren Gefilden mir manchmal das Lachen verbeißen muss…. ziemlich peinlich manchmal.

Um nicht den Eindruck zu vermitteln, wir wären nur nachts unterwegs – Diesmal haben wir ( Ben & ich ) einen Stadtführer engagiert. Er dreht mit uns eine ausgedehnte Runde um den Stadtkern mit ausführlicher Erläuterung. Wir besichtigen auch prachtvolle Häuser von innen und jedesmal gibts eine Story dazu. Ist ziemlich anstrengend, aber auch lehrreich. Wir kommen an einer Brauereigaststätte vorbei, wo wir auch rasten. Eine witzige Location, in der das Bier für Cliquen, aus 3-5 Liter Gefäßen, die aussehen, wie Kaugummiautomaten, am Tisch ausgeschenkt wird.

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Ein Restaurant, mit Bar, die aussieht, wie ein Altar !

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Ein wunderschönes Restaurant

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Parque Central

Direkt am Parque Central ist das Hotel Parque Central gelegen. Auch hier lohnt es sich, einen Blick hineinzuwerfen. Hier kann man auch in der Lobby sitzen und einfach mal, frei nach Vicki Baum, die Menschen im Hotel beobachten.

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Noch Bilder vom Theater ( alles am Parque Central neben Inglaterra )

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Über Felipe ( Phelipe ) , meinem Zigarren Mann , muss ich unbedingt noch ein paar Worte verlieren.

Er ist wohl der typischste Zeitgenosse, den ich hier kennengelernt habe. Wie alt er ist, weiß er wahrscheinlich selbst nicht. Anzutreffen,  in der Bar Monserrate, trägt er immer eine Zigarre im Mund, Sturmfeuerzeug und Zigarrenschneider um den Hals. Seine Lachfalten prägen sein Gesicht. Das Personal lässt ihn gewähren. Verlangt man ein Tubo, ist er zur Stelle. In seiner Hemdtasche befinden sich ein paar. Braucht man mal mehr, verschwindet er kurz und knallt Dir ein paar Minuten später zwei Hände voll auf den Tisch : such Dir welche aus ! Kauf ihm das Stück für einen CUC ab, lass sie Dir anzünden und genieße die Atmosphäre ! Einfach unsagbar geil !

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Überhaupt hat es gute Gründe, warum wir das Monserrate zu unserer Stammkneipe erkoren haben. Sehr gediegen wirst Du von einem Schwarzen, in schwarzem Anzug, Marke Box Champion ala Teofilo Stevenson, ca. 2 Meter groß, mit aufgehaltener Schwingtüre empfangen. Die Barkeeper verstehen ihren Job, erledigen alles mit maximaler Routine. Die Live Bands wechseln durch und spielen authentischen Sound. Mitten in der Stadt, nahe Parque Central, nach 2 Seiten offen. Als wir das 1. mal hier waren, war das Tanzen noch verboten. Das hat sich jetzt geändert. Wenns voll ist, wirds garantiert nicht langweilig. Leider haben sie im Zuge der Energieeinsparung die Lampen ausgetauscht. Ist uns sofort aufgefallen – zu hell und zu kaltes Licht. Schade. Jedenfalls wirst du hier einige Unikate entdecken können.

Fortstzung folgt….

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2 Kommentare zu “Cuba 2011

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