Cuba 2011

Nach diesem Wahnsinns – Trip 2010 steht für Frankie und mich schon fest : Nächstes Jahr im November wieder Cuba. Da sich mein Sohn Ben 2011 eh schon auf einer Weltreise befindet, kann ich ihn überzeugen, mit uns Cuba zu besuchen. Die Inselwelt um Cayo Largo hat es uns derartig angetan, dass wir uns von SoliArenas ein anderes Arrangement zurechtbasteln lassen. Diesmal sollte es Cayo Coco sein, für ein paar Tage, und anschließend wieder Playa del Este. Eine uns ziemlich unsinnig erscheinende Regelung in Cuba sieht vor, dass man einen Inlandsflug nicht direkt am Ankunftstag fortsetzen kann. Du musst also erst eine Nacht in Cuba verbringen, um tags darauf weiterfliegen zu können. Da haben wir nicht genau aufgepasst, weil dies eine enorme Strapaze für uns war. Man stelle sich vor: Ankunft am Jose Marti so gegen 18 Uhr. Mit dem Taxi nach Havanna – im Hotel einchecken. Dann ist es bereits gegen 21 Uhr . Unser Flug nach Cayo Coco ist bereits am nächsten Morgen 6 Uhr, also gegen 3.30 Uhr wecken !

Dass wir uns gleich bei Ankunft nicht sofort ins Bett legen, ist klar. Netterweise hat uns Georges gleich eine Flasche Havanna Club aufs Zimmer stellen lassen. Wir rufen ihn auch gleich an und treffen uns direkt am selben Abend noch in unserem Hotel.

???????????????????????????????DSC02021 der Ausblick vom Hotel.

Wir essen noch eine Kleinigkeit ( was anderes gibts auch nicht mehr ) und beschließen nach 2-3 Cuba Libres noch einen Club mit Live Band zu besuchen.

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Bereits vor unserem Clubbesuch kann man erkennen, dass die Lichter bald ausgehen werden. Immerhin haben wir noch bis 1 Uhr ausgehalten, und konnten eine gute Stunde Schlaf retten, bevor es dann schon gleich weiterging, zum Flughafen. Ben hat schon vor unserem Flug nach Havanna die ganze Nacht durchgemacht. Das sollte sich dann auch rächen. Eine solche Zeitplanung sollte man tunlichst vermeiden ! 

Eigentlich habe ich eine Wellblech – Propeller – Maschine erwartet. Solche, die wir auf Cayo Largo beobachtet haben. Aber, wie wir später erfuhren, hat Cuba Air extra ein paar Boeings gechartert. Das Ding war auch bis auf den letzten Platz besetzt. Auf unserem Flug sehe ich zum 1. Mal das Inland von oben. Je länger wir unterwegs sind, desto misstrauischer werde ich. Eigentlich sollten wir längst da sein. Ich sehe keine Küste und krieg langsam Panik, dass wir ne falsche Maschine erwischt haben. Nein, es ist die Richtige, die erstmal nach Holguin fliegt, Passagiere entlädt und später erst ein paar Übriggebliebene nach Cayo Coco bringt.

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Schon bei unserer Ankunft bemerken wir sofort, dass dies hier mit dem wahren Cuba nichts zu tun hat. Alles sehr schön, aber viel zu gepflegt alles. Solche Orte gibt es sehr viele . Nicht, dass ich das hier nicht empfehlen könnte, aber genauso wie in Varadero hat man hier nicht das Gefühl, auf Cuba zu sein. Cayo Coco ist eine Insel, die durch eine schmale Landzunge mit dem Festland verbunden ist. Ähnlich, wie Djerba. Eine reine Touristeninsel, für Einheimische unzugänglich. Die Hotelanlage ist auch sehr schön und großzügig angelegt ; erinnert mich an einige Aldiana Clubs. Das ist aber leider nicht das, was ich Ben bieten wollte. Ihm wäre  aber ohnehin alles egal gewesen, weil die Schlaflosigkeit und die Strapazen der letzten Tage ihren Tribut von ihm zollten. Der arme Kerl war 2 Tage im Bett und ich machte mir schwere Sorgen. Glücklicherweise konnte er den letzten Tag auf Coco doch noch genießen.

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Wir mieten uns 3 Motorroller und fahren die Insel ab in Richtung Cayo Guillermo, wo laut Reiseführer einer der schönsten Strände der Welt sich befindet. Auf dem Weg dahin macht natürlich ( es war ja kaum anders zu erwarten ) der Roller von Ben schlapp. Als gelernter Motorradmechaniker kriegt er ihn auch nochmal flott – aber nur gerade noch bis zum Hotel.

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Auf dem Weg dorthin – nur Mangroven – sehr schön, aber auch mehr oder weniger langweilig ( 1 Stunde Fahrt )

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Wir haben erfahren, dass unsere all incl. Bändchen auch in diesem Hotel Gültigkeit haben und stärken uns erstmal mit hervorragendem gegrilltem Fisch. Unter den typischen karibischen Strohdächern kannst du den Fisch selbst aussuchen, selbst grillen, oder grillen lassen. Sehr komfortabel ! Außer den first class Hotels in Havanna ist dies wohl das beste, was ich hier auf Cuba bisher gesehen habe. Die Toilettenanlagen waren unglaublich kunstvoll mit buntem Mosaik gefließt. Gerade Toilettenanlagen lassen sonst teilweise auch in renommierten Betrieben sehr zu Wünschen übrig.

Nun zum vermeintlich schönsten Strand der Welt . Ben, der die Strände von Australien, Hawaii, Brasilien und den Philippinen erst kürzlich erlebt hat, war auch der Meinung, dass das hier wohl der Schönste ist. Wirklich eine Wucht ! Mal abgesehen von Cayo Largo ! Ist aber kaum vergleichbar. Hier Bilder :

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Man muss natürlich auch Glück haben mit dem Wetter. Nahezu wolkenlos, ohne viel Wind und Ebbe, so ist es bestens. Alle Farbschattierungen von Blau bis Grün im Wasser. Hier hätten wir es sicherlich noch einen Tag länger ausgehalten. Wie schon erwähnt, befinden wir uns auch hier nicht in der Karibischen See, sondern am Atlantik, nahe den Bermudas. Unendliche Tauchgründe und Korallenriffe. Man sieht das sehr gut auf den Fotos aus dem Flieger. Das ist echt unwirklich, dieser Blick von oben, wo alles grün erscheint.

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Wir lassen den defekten Roller stehen und treten die Rückfahrt zu zweit auf Einem an.

Am nächsten Tag wird uns noch eine Modenshow am Pool präsentiert. Die Leute hier sind wirklich sehr bemüht, dem internationalen Standart in der Touristenbranche standzuhalten. Es gelingt ihnen auch ganz gut, aber uns törnt das eher ab. Ich habs schon erwähnt, es ist sehr schön, aber deshalb muss man nicht so weit fliegen, um das zu erleben. Vor Allem, nicht nach Cuba. Da ist man wohl besser in der Dominikanischen oder auf Jamaika, oder besser noch, auf den kleinen Antillen aufgehoben.

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An Frankies Gesichtsausdruck ist schon eine gewisse Skepsis erkennbar. Auch andere Gesichter sprechen…..

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Am Tag darauf gehts wieder an den Playa del Este ins Atlantico. Wir haben wirklich Glück, das Wetter spielt bedingungslos mit und der Strand hier präsentiert sich von seiner allerbesten Seite. Auffallend ist, dass sich das Szenario am Wasser sich tatsächlich von Jahr zu Jahr verändert. Man fühlt sich hier doch mehr cubanisch, weil der Strand öffentlich ist und deshalb auch viele Einheimische anzutreffen sind.

???????????????????????????????DSC02274 Fast kein Unterschied zu Cayo Coco

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Wir haben noch eine ganze Woche vor uns. George`s Sohn ist auf 3 monatigem Besuch hier und so haben wir wieder mal Glück, dass er sich viel Zeit nehmen kann, fast das gesamte Havanna- Programm mit uns abzuspulen. Zum vermeintlichen Pflichtprogramm gehört ja bekanntermaßen das Tropicana. Nun sollte es klappen. Wir bekommen durch die Beziehungen von Schorsch beste VIP Plätze direkt vor der Bühne. Zigarre, Rum und das Spektakel kann beginnen.

Schon der Eingangsbereich ist ziemlich beeindruckend. Hübsch gekleidete Mädchen gehen durch die Reihen und verteilen Zigarren. Alles sehr professionell. Kein Wunder, die Show läuft seit 1939 ununterbrochen – täglich ! 

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Wenn man, so wie wir, viele Shows in Havanna gesehen hat, wird man feststellen, dass das Tropicana sich nur durch die Location an sich und die Vielzahl der Mitwirkenden unterscheidet. Die Darbietungen an sich sind selbstverständlich 1a, aber wir haben das alles bereits in kleinerem Rahmen gesehen. 

Eine Tischnachbarin aus Italien regt sich darüber auf, dass wir Zigarren rauchen – Kommentar überflüssig.

Der Eintrittspreis i.H.v. ca € 80 beinhaltet ein Glas Sekt, ein Teller Brot – Wurst – Käse, und eine halbe Flasche Havana Club-Rum. Nüchtern kommst du also auch hier nicht raus. Leider musst du die Toiletten hier nicht lange suchen – immer der Nase folgen ! Das fällt mal wieder auf. Auf diesem Gebiet müssen sie sich noch gewaltig anstrengen. Für manch einen verwöhnten Europäer ist das ein absolutes NO GO ! 

Ich kann mich noch an die Fernsehsendungen aus den 60er Jahren erinnern. Da hat sich nicht viel verändert. Echtes Cuba Feeling. Vor allem, wenn man die Tänzer/innen so hautnah zu sehen bekommt. Mein Eindruck verhärtet sich. Die Cubaner sind zum Tanzen geboren – die Schwarzen und die Mischlinge sind aber immer noch um einen Tick besser. 

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Ein Highlight jagt das Andere. Zufällig findet ein außergewöhnlicher Event genau diese Woche statt. Tausende Salsa Tänzer aus aller Welt treffen sich in Havanna zum Salsa Festival – Baila en Cuba. Auch hier haben wir dank Georges Beziehungen freien Zutritt. Ein irres Erlebnis ! 

Hierzu ein Video und noch eins – hier kann man sehen, wie es geht, das Salsa tanzen. Es sind  Tanz Clubs und Bands von ganz Cuba vertreten und veranschaulichen die verschiedenen Stile von z.B. Havanna und Santiago. Es herrscht ein Konkurrenzkampf zwischen den beiden Städten. Santiago fühlt sich immernoch als die heimliche ( ursprüngliche ) Hauptstadt und ist ein wenig neidisch, weil das meiste Geld nach Havanna fließt.

Eine Menschenmenge im Tanzrausch – ein perfektes Schauspiel zum Thema : Musik und Tanz verbindet die Völker ! Alles friedlich !

Aber leider auch hier : Zur Toilette, immer der Nase entlang. Mir solls egal sein, aber…… Als Hochzeits DJ erlebe ich seit einigen Jahren einen wahren Boom in Sachen Salsa. Jetzt kann man sich vorstellen, dass ich bei Tanzeinlagen von Hochzeiten in unseren Gefilden mir manchmal das Lachen verbeißen muss…. ziemlich peinlich manchmal.

Um nicht den Eindruck zu vermitteln, wir wären nur nachts unterwegs – Diesmal haben wir ( Ben & ich ) einen Stadtführer engagiert. Er dreht mit uns eine ausgedehnte Runde um den Stadtkern mit ausführlicher Erläuterung. Wir besichtigen auch prachtvolle Häuser von innen und jedesmal gibts eine Story dazu. Ist ziemlich anstrengend, aber auch lehrreich. Wir kommen an einer Brauereigaststätte vorbei, wo wir auch rasten. Eine witzige Location, in der das Bier für Cliquen, aus 3-5 Liter Gefäßen, die aussehen, wie Kaugummiautomaten, am Tisch ausgeschenkt wird.

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Ein Restaurant, mit Bar, die aussieht, wie ein Altar !

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Ein wunderschönes Restaurant

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Parque Central

Direkt am Parque Central ist das Hotel Parque Central gelegen. Auch hier lohnt es sich, einen Blick hineinzuwerfen. Hier kann man auch in der Lobby sitzen und einfach mal, frei nach Vicki Baum, die Menschen im Hotel beobachten.

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Noch Bilder vom Theater ( alles am Parque Central neben Inglaterra )

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Über Felipe ( Phelipe ) , meinem Zigarren Mann , muss ich unbedingt noch ein paar Worte verlieren.

Er ist wohl der typischste Zeitgenosse, den ich hier kennengelernt habe. Wie alt er ist, weiß er wahrscheinlich selbst nicht. Anzutreffen,  in der Bar Monserrate, trägt er immer eine Zigarre im Mund, Sturmfeuerzeug und Zigarrenschneider um den Hals. Seine Lachfalten prägen sein Gesicht. Das Personal lässt ihn gewähren. Verlangt man ein Tubo, ist er zur Stelle. In seiner Hemdtasche befinden sich ein paar. Braucht man mal mehr, verschwindet er kurz und knallt Dir ein paar Minuten später zwei Hände voll auf den Tisch : such Dir welche aus ! Kauf ihm das Stück für einen CUC ab, lass sie Dir anzünden und genieße die Atmosphäre ! Einfach unsagbar geil !

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Überhaupt hat es gute Gründe, warum wir das Monserrate zu unserer Stammkneipe erkoren haben. Sehr gediegen wirst Du von einem Schwarzen, in schwarzem Anzug, Marke Box Champion ala Teofilo Stevenson, ca. 2 Meter groß, mit aufgehaltener Schwingtüre empfangen. Die Barkeeper verstehen ihren Job, erledigen alles mit maximaler Routine. Die Live Bands wechseln durch und spielen authentischen Sound. Mitten in der Stadt, nahe Parque Central, nach 2 Seiten offen. Als wir das 1. mal hier waren, war das Tanzen noch verboten. Das hat sich jetzt geändert. Wenns voll ist, wirds garantiert nicht langweilig. Leider haben sie im Zuge der Energieeinsparung die Lampen ausgetauscht. Ist uns sofort aufgefallen – zu hell und zu kaltes Licht. Schade. Jedenfalls wirst du hier einige Unikate entdecken können.

Fortstzung folgt….

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Cuba 2010

Inzwischen habe ich Kontakt zu “ Soli Arenas „, einer Cuba – Reiseagentur in Deutschland aufgenommen und bereits 2009 über sie gebucht. 

Im September 2010 befinde ich mich mit meiner Frau in Moreira, Spanien, um unseren ehemaligen Drummer meiner Band „GIFT “ zu besuchen. Er wohnt schon seit einigen Jahren hier. Die nächste Reise nach Cuba ist schon mit Frankie gebucht. Ich liege am Pool und bekomme einen Anruf von SoliArenas. Ich werde gefragt, ob wir gegen einen gewissen Aufpreis Lust hätten, mit dem Katamaran von Cienfuegos nach Cayo Largo zu segeln. Von meiner Seite aus bedurfte es hier keiner langen Überlegung und sagte spontan zu. Wir kommen also im November 2010 am Flughafen Havanna an und werden mit dem Taxi nach Cienfuegos ( ca.250 km ) zum Jachthafen gefahren.

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Wir sind natürlich nicht zum verabredeten Zeitpunkt angekommen – Der Taxifahrer hat die Gelegenheit genutzt, gleich noch ein paar Verwandte unterwegs zu besuchen, mit unserem Einverständnis.- Die anderen Mitsegler haben inzwischen auf uns mit einer Flasche Rum gewartet.

An Bord : Der Skipper ( Capitan ) – der Koch – ein frisch verheiratetes Münchener Ehepaar mittleren Alters – und Georges.

Georges ( Schorsch ) ist Luxemburger, ehemals Tierarzt, spricht perfekt Deutsch und arbeitet für SoliArenas. Er wohnt seit 2 Jahren in Havanna und macht diese Fahrt mit, um zu testen, ob das Arrangement mit in den Reisekatalog aufgenommen werden kann. 

Es ist bewölkt und regnerisch, als wir völlig geschlaucht, nach dem Flug und der Taxifahrt ankommen. Aber , wir merken schon nach kurzer Zeit, dass die Chemie zwischen uns passt. Es wäre nicht auszudenken, 4 Tage auf engstem Raum mit Leuten zu verbringen, die man nicht riechen kann. Wir hatten eine Menge Spass. OK, nach ein paar Gläsern Rum zum „Beschnuppern“ verstauen wir unsere Koffer in der winzigen Schlafbox ( Doppelbett mit Frankie ) und versuchen zu schlafen, was natürlich kaum möglich war. Wir fahren , angetrieben von einem kleinen Motor ( da kaum Wind ) in Richtung Cayo Largo – eine ewig weite Strecke ohne günstigem Wind. Der Seegang ist nicht zu verachten und wir donnern in unserer kleinen Kajüte mächtig auf die Wellen. Geräusche, die ich vorher noch nicht so wahrgenommen habe.

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Ab Sonnenaufgang halte ich es nicht mehr aus. Ich wanke irgenwie an Deck; steh total neben mir nach diesen 2 Tagen und Nächten. Irgendwie läuft da ein Film ab. Aber gut, diese Aussicht lohnt sich. Es vergehen noch ungefähr 3 Stunden, bis wir uns zum Frühstück versammeln. Um es es vorauszunehmen, der Koch ist unser Ass ! Wie der unter diesen Bedingungen uns mit geilstem Essen versorgt, ist mehr als 10 Punkte wert. Gerührtes Ei, mit Schinkenspeck und Salat vom Allerfeinsten !

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Alex , unser Skipper steuert ein küstennahes Gebiet an, sein Geheimnis, das er zu verbergen sucht und nur anlegt, wenn niemand in der Nähe ist. Er wirft sich in seine Tauchermontur, bewaffnet mit Harpune und besorgt mal eben unser Abendessen.

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Traumhaft schön. 4 Tage auf dem Schiff – wolkenlos ! Annähernd windstill ! Unsere Getränkebestellung haben wir von zuhause aus getätigt, somit sind wir auch bestens mit Cola, Wasser, Bucanero, Wein und Sekt , eiskalt, eingedeckt. 

Am Nachmittag erreichen wir Cayo Largo, legen an und können uns auf eine ruhige Nacht zum Ausschlafen freuen. Vorher aber, noch eine gemütliche Bar und die Gegend erkunden !

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Zwischenzeitlich hatten wir auch genug Zeit, voneinander zu erzählen, um sich vorzustellen. Georges sollten wir noch öfters treffen, auch in den nachfolgenden Jahren. Wir sind beide sehr froh, ihn kennengelernt zu haben. Sehr angenehmer Zeitgenosse, der uns noch vieles in Havanna gezeigt hat, was wir ohne ihn wahrscheinlich nie gesehen hätten.

Frankie freut sich !

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Nach einer wunderbaren Nacht im Katamaran auf spiegelglatter See gibts wieder herrliches Frühstück und Alex shippert uns erstmal zu einem Ort, den wir alle so schnell nicht vergessen werden. Er nennt ihn: Piscina naturale. So stellt man sich das Paradies vor ! Das ist Karibik pur ! Glasklares Wasser in allen nur erdenklichen Blau und Grüntönen, angenehm warm und flach. Wir stranden auf einem Eiland, das das Attribut – Pudersand wahrlich verdient. Weiß und feinst.

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In knietiefem Wasser sind Rochen eingebuddelt. Seesterne in weiß und rot.

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Unser Törn führt uns durch Mangroven in Richtung Isola Iguana

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Die Iguana Insel besteht aus schroffem Vulkangestein.  Man kann sie barfuß nicht betreten. Dort leben massenweise Leguane.

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Obwohl ich noch nie auf den Malediven war, würde ich behaupten, dass man hier in dieser Gegend Gleiches, günstiger bekommen kann. Cayo Largo kann man auch mit dem Flugzeug von Havanna aus erreichen. Katamaran Törns sind für einige Stunden zu buchen. Hier kannst Du auch schnorcheln und eine Korallenwelt erleben, die man sonst nur vom TV kennt. Wir sind wirklich alle total begeistert. Im Gegensatz zu den Stränden von Havanna befinden wir uns hier in der Karibischen See. Obwohl der Unterschied nicht wirklich  spürbar ist, denn auch die Bahamas müssen ähnlich aussehen. Das kann man bereits im Anflug auf Havanna von oben deutlich sehen. Ich lasse hier noch ein paar Bilder sprechen :

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Seekrank zu werden, ist natürlich immer ein Thema. Es wird bei solchen Törns immer Stunden geben, in denen es merkwürdig ruhig wird an Board. Einer nach dem Anderen wird wortkarg. Mal mehr, mal weniger. Überstanden haben wir es alle.

Auf der Rückfahrt kommen wir an einer Insel vorbei, die man großräumig umsegeln muss. Jefe privado ! Umsegeln wäre schön gewesen, doch leider hatten wir sehr ungünstige Winde und sind deswegen auf den kleinen Motor angewiesen, der uns erst nach ca. 8 Stunden Fahrt wieder nach Cienfuegos bringt. Für einen normalen Charterer wäre dies kaum zumutbar gewesen, aber wir durften uns nicht beklagen – wir haben noch nicht einmal die Hälfte des üblichen Preises bezahlt. Die überwältigende Schönheit dieser Karibikinsel wird uns noch lange im Gedächtnis bleiben. Hier nochmal ein Dankeschön an SoliArenas. 

Unsere Münchener Begleiter verabschieden sich in Richtung Trinidad, Frankie, Schorsch und ich fahren mit dem Bus nach Havanna, wo wir wieder am Playa del este wohnen werden. In den nächsten Tagen werden wir uns noch ein paarmal mit Schorsch treffen – unser Glück ! Er kennt sich aus in Havanna und hat außerdem als “ Representante“ der Touristenbranche einen angesehenen Stand. Wenn wir mit dem Taxi unterwegs sind, können wir mit dem einheimischen Peso bezahlen, was dann eigentlich „geschenkt“ ist. Einmal gehen wir Essen an der höchstgelegenen Aussichtsplattform Havannas. Wir sind begeistetert und können es kaum fassen, wie gut man hier speisen kann. Tja, so ist es eben, mit Geld kriegste immer und überall – Alles ! Ich weiß garnicht mehr genau, wo wir überall waren, jedenfalls blieb uns kaum eine interessante Bar verborgen. Ein absolute Schau, mit seinem , wie neu restauriertem Chevy , unterwegs zu sein !

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oder mal so…

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Vorabendlicher Treff mit Schorsch im Monserrate

IMG_0318IMG_0199Georges in der Abendsonne

Es gäbe noch viele klasse Clubs, die wir besucht haben, aufzuzählen. Letztendlich kann ich nur empfehlen, wenn man sie alle sehen will, sich an SoliArenas zu wenden, sich mit Schorsch zu treffen, der die Adressen weitergibt.

Einmal, kann ich mich erinnern, gehen wir aus dem Melia Cohiba zu einem nahegelegenen Jazz Club und als es uns hier nicht so besonders gefiel, stehen wir ratlos auf der Straße. Während wir beratschlagen, wie es weitergeht, nähert sich ein Typ mit Gitarre auf dem Rücken, spricht mit uns… Er hat uns beobachtet und die Lage sofort richtig erkannt. Für einen CUC führt er uns in einen Laden, der noch geöffnet hat. Schorsch sagt ihm, dass er für einen CUC aber gefälligst schon auf der Klampfe spielen könne. Er lässt sich nicht zweimal bitten. Er, voran – Guantanamera……, wir hinterher. Irre ! Der Laden übrigens war auch klasse. Nur Einheimische – ein großes Wohnzimmer- knallvoll. Auf dem Quadratmeter 2 Tanzpaare. Vorher, wie üblich, Show. Diesmal ein Lokalmatador der Comedy Szene. Ich hab kein Wort verstanden, trotzdem gelacht und köstlich amüsiert.

Fortsetzung folgt

Cuba 2008

Die Fortsetztung ( Bilder: Rainer Baur )

Inzwischen habe ich den von mir sehr geschätzten Kollegen DJ Frankie durch mehrere gemeinsame Unternehmungen näher kennengelernt. Meine Erzählungen von der Cubareise haben ihn so neugierig gemacht, dass wir uns entschlossen, im nächsten November zu Dritt zu buchen. Nach 5 gemeinsamen Cubareisen sind wir inzwischen auch gut befreundet.

 2007 haben wir in Havanna gewohnt und sind immer mit dem Taxi an den Strand gefahren. Dies wurde dahin geändert, dass wir ein all inclusive-Hotel am Strand buchten und abends immer nach Havanna gefahren sind. Wie sich herausstellte, eine geniale Lösung. Playa del Este – Hotel Atlantico. Nach Havanna ca. 20 km. 

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Das Atlantico ist wohl das beste all incl. Hotel hier. Zwar auch schon „in die Jahre gekommen“, aber doch irgendwie sehr schön. Pool OK und direkter Strandzugang, günstig und vor Allem : Du bist rundum mit essbarer Nahrung versorgt ! Der Himmel. Selbstverständlich darf man hier nicht mit unserem Standard messen, aber reichlich Auswahl und man findet immer etwas Schmackhaftes. Man kann auch, anstatt mittags im Restaurant zu essen, an der Grillstation, etwas erhöht mit Meerblick, im Freien essen. Fantastisch !

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Der Ausblick

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Der Strand ist zwar noch nicht der Schönste, den wir insgesamt auf Cuba gesehen haben, aber schon echt Karibik pur. Playa del Este liegt im Norden der Insel, wir befinden uns also nicht in der Karibischen See, sondern am Atlantic. Der Blick in Richtung Norden zeigt zu den Bahamas. Nordwestlich ca. 150 km die Everglades -Miami- USA. Besonders schön bei Ebbe – hier nochmal Bilder :

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???????????????????????????????Wie man auf dem rechten oberen Bild erkennen kann, bilden sich dann mal mehrere Sandbänke. Du gehst also ins Wasser, watest durch seichtes Wasser, das sich nachmittags auf ca. 33 Grad aufgeheizt hat, weiter auf feinstem Sand, etwa knietief, wieder Sand, und dann erst offenes Meer. Suuuper, wie in der Badewanne ! Wie fein der Sand hier ist kann man im folgenden Video sehen. ( 2 Jahre später mit Ben aufgenommen ) Man steht auf Sand und nur durch Hin & Herwackeln gräbst Du Dich bis zu den Knien ein.

Video

Hier am Privatstrand hat man weitgehend Ruhe. Wenn uns nach Trubel ist, machen wir einen Spaziergang zum Tropicoco. Da ist immer was geboten. 

Diesmal haben wir leider Pech mit dem Wetter. Der Hurricane “ Ida “ zieht durch den Golf von Mexico in Richtung Südküste USA und beschert uns beinahe die ganze Woche nur Wolken. Das bedeutet Höchststrafe für einen Sonnenfreak, wie mich. Gott sei Dank habe ich 2 gutgelaunte Freunde dabei, die mich bei Laune halten. Tagsüber ist es ziemlich öde. Du bist ständig am überlegen, wie man die Zeit totschlägt. Wir mieten ein Taxi für einen Nachmittag und fahren nach Matanzas. Leider habe ich hierfür keine Bilder parat. Hätte sich auch nicht gelohnt, da weder auf der Fahrt dorthin, noch in der Stadt selbst  brauchbare Motive zu finden waren. In der Stadtmitte wird der Wagen geparkt, der Fahrer schläft eine Runde und wir treffen ihn 2 bis 3 Stunden später wieder. So einfach geht das hier. Frankie und ich essen einen Hamburger, Theo verzichtet – dabei war er gar nicht schlecht. Ihr bemerkt, viel gibts nicht zu berichten. Matanzas liegt ca. 90 km in Richtung Varadero, wo die meisten Touristen Ihren Cuba-Urlaub verbringen. Dafür muss man aber nicht unbedingt nach Cuba fliegen. Varadero ist nicht typisch Cuba.

So beschränkt sich unser Vergnügen hauptsächlich auf die Nächte. …und da gabs Einiges… Stichwort Guanimar in Guanabo ! Eine Freiluft – Disco nur 10 Autominuten vom Atlantico. Das Ding ist wohl am Besten mit youtube Filmen zu dokumentieren.

http://www.youtube.com/watch?v=mwEP3ebXQxs  http://www.youtube.com/watch?v=nr5qcA2oQsA

http://www.youtube.com/watch?v=Ldn8fDUpqck    http://www.youtube.com/watch?v=Ldn8fDUpqck

 

Leider bringen auch diese Videos nicht annähernd das Flair dieses Clubs rüber. Wir beginnen den Abend immer in einer kleinen open air Bar direkt neben der Disco. Hier findest Du nette Leute, die schrägsten Vögel und alles was die Gegend sonst noch zu bieten hat. Guanimar öffnet immer erst um 23 Uhr, so bleibt uns zum  Vorglühen genug Zeit um hier zu sitzen. Hier haben wir auch schon mal beobachtet, wie ein Polizist ein Mädel an den Haaren über die Straße zog. Ein riesen Tamtam. Wahrscheinlich hat sie ihren Tribut nicht gezollt. Die Szene wird von der Polizei ziemlich souverän kontrolliert; aber sehr tolerant, wie wir beobachtet haben. Hab ich schon erwähnt, dass wir uns immer sicher gefühlt haben ? Die Polizei ist allgegenwärtig – hab ich aber nicht als störend empfunden, im Gegenteil ! Die können ziemlich rigoros sein, aber auch sehr tolerant, so weit wie wir uns oft aus dem Fenster gelehnt haben.

Wieder zurück zum Guanimar. Hier stehen Schlangen an. Die Großraumdisco füllt sich zügig und man kommt mal wieder ins Glotzen. Die Mädels ! Der Hammer ! Wir sind 3 Jungs, alleine und natürlich ein Magnet. Wir genießen unsere Attraktion und belassen es beim fleißigen Spendieren von Drinks. Die Mädels sind nicht Rum-Trinker, sondern Rum-Vernichter ! Aufpassen, steht eine Flasche Rum auf dem Tisch und Du hast 2 eingeladen, sind im Nu alle Freundinnen um Dich herum. Wie im Rap – Video Clip. Wie überall beginnt der Abend mit Showeinlagen, tänzerischer und musikalischer Art. Immer Vollprofis. Die gleiche Qualität, wie im Tropicana, oft noch besser. Wenn dann der DJ übernimmt, gehts rund ! In diesem Sektor stehen die Cubaner keinen Deut hinter uns. Alles perfekt, vom Sound über Video bis zum Licht. Power ! Vollgas ! Leider ist gegen 1 ,halb 2 hier Schluss. Wir kommen erst richtig in Fahrt und lassen uns in einen anderen Club chaufieren. Keine Ahnung mehr, wie der hieß ( ich würde auch nicht mehr hinfinden ).

Super Story !

Der Laden ist vollbesetzt und wir 3 sind die einzigen Touristen. Sofort wird uns ein Tisch bereitgestellt, wir bestellen eine Flasche Rum und ab geht die Post. Wir erleben eine super unterhaltsame Restnacht und jetzt kommts !

Wir wollen nach Hause. Da hier aber auch keine Touristen sind, gibts auch keine Taxis. Anrufen geht nicht. Jeder Einheimische würde uns sofort gerne fahren, dürfen sie aber nicht ( anscheinend) Polizei steht vor der Tür. Theo fragt die Polizei, ob sie uns fahren – geht nicht. Palaver, Palaver. Schließlich findet sich einer, der perfekt italienisch spricht ( Frankie spricht italienisch ) und uns fahren will. Erst noch Ausschau halten, ob die Uniformierten noch in der Nähe sind und losgehts. 2 Straßen weiter warten sie schon auf uns. Die sind ja nicht blöd. Das Ganze dauert dann ungefähr 1 Stunde. Papiere , Ausweis, das volle Programm und wir kommen nicht weiter. Keine Ahnung wie, aber er schafft es tatsächlich uns zum Hotel zu bringen. Es ist schon ziemlich spät, aber ein kleiner Absacker in einer Bar in Hotelnähe,  geht noch. Letztendlich stellt sich raus, unser Fahrer will uns wieder Chicas andrehen. Er verschwindet kurz auf die andere Straßenseite im Dunkeln und wir nützen die Gelegenheit, um ebenfalls Richtung Atlantico abzudrehen.

Weitere Erlebnisse in 2008 und 2009 werde ich nachreichen. Ich springe gleich ins Jahr 2010, in dem sich Einiges ereignet hat….